Automobilcorps


Der erste Weltkrieg

Uniformen der Kriegszeit


Zu Beginn des Krieges wurde die Uniform vereinfacht. Es war noch immer ein Offiziersrock, jedoch entfiel der dunkelkrapprote Stehkragen zugunsten eines feldgrauen Stehumfallkragens mit dunkelkrapproter Umsäumung. Die sonstige Uniformierung entsprach der des Heeres. Waffenfarbe blieb Dunkelkrapprot. Um die Uniformierung dem Leser dieses Artikels nahezubringen, möchten wir ein Mitglied des Korps in seiner Uniformierung vorstellen.

Eine typische Karriere im DFAC machte der Brauereibesitzer Emil Bremme aus Barmen. Er trat am 11. August 1914 in das Deutsche Freiwilligen Automobil-Corps ein, wie so viele kurz nach Beginn der Feindseligkeiten.


Foto Sammlung H. Hampe



Er diente als Fahrer seines eigenen Automobils im sogenannten Beskiden Corps des Kavallerie-Generals von der Marwitz, im heutigen Polen. Als technisch erfahrener Fabrikbesitzer und Ingenieur errichtete er im Gebiet seiner Einheit sogar elektrische Kraftwerke.

Wir sehen Bremme als Fahrer des deutschen Kaisers und des Generals von der Marwitz am 29. Januar 1915 im offenen Wagen. Bemerkenswert sind die beiden Stangen, die vorne montiert sind. Diese dienten dazu eventuell vom Gegner über die Straße gespannte Seile über das Fahrzeug hinwegzuleiten.

Foto Sammlung H. Hampe



Nach der Übernahme des DFAC in das Kaiserliche Kraftfahrer-Korps am 1.8.1916, welches den Kraftfahrtruppen angegliedert wurde, musste er wie alle ehemaligen DFAC-Mitglieder einen achtwöchigen militärischen Grundkurs absolvieren.

Foto Sammlung H. Hampe



Die ehemalige Offiziersstellung wurde zum Bedauern vieler Mitglieder abgeschafft. Als eine Art Wiedergutmachung wurden die nunmehr auch militärisch ausgebildeten ehemaligen Herrenfahrer nun rasch in die regulären Dienstgrade befördert. Dieser Vorteil wurde auch ihren Mechanikern zuteil, natürlich nicht in den Offiziersrang hinein.

Entsprechend wurde Bremme im November 1916 Unteroffizier, am 15. Dezember 1916 Vizefeldwebel und am 22. März 1917 zum Leutnant der Landwehr befördert.

Wir sehen im Folgenden zwei Uniformen und den Dolch aus dem persönlichen Besitz Bremmes.


Foto Sammlung H. Hampe



Die linke Uniformjacke wurde zu Kriegsbeginn noch in Friedensqualität gefertigt.

Fotos Sammlung H. Hampe



Die rechte Jacke ist eine leichte Sommerjacke, schon im Stile des Kaiserlichen Kraftfahr-Korps, sehr stark vereinfacht.

Foto Sammlung H. Hampe



Der Dolch ist ein Standardmodell, wie wir ihn ab ca. 1910 sehen.

Foto Sammlung H. Hampe



Interessanterweise hat Bremme um den Elfenbeingriff herum ein Säbelportepee des Heeres geknotet. Bezüglich des Portepees, das mit dem Automobil-Corps-Dolch getragen wurde, beschlossen einige Mitglieder, ein großes preußisches Infanterieoffizier-Säbelportepee zu tragen, das mit ledernem Band und drei Reihen aus Silberdraht darin eingenäht und mit großer silberner Eichel angehängt ist.

Foto Sammlung H. Hampe



Dieser Knoten wurde anstelle des Portepees mit dem silbernen Band und dem rot-schwarzen Streifen getragen, das eine deutlich kleinere Eichel aufweist.

Foto Sammlung H. Hampe



Es ist unbekannt, ob dieses eine persönliche Vorliebe war oder es ein Versorgungsproblem mit den silbernen Portepees gab. Ein solches Säbelportepee wurde bereits auf einem zeitgenössischen Foto gesehen, das einen Flieger zeigt.

Uniformen und Dolch werden hier das erste Mal der Öffentlichkeit gezeigt und sind ein wahrer Schatz für den Sammler, der sich mit dem Corps beschäftigen möchte.

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Das Deutsche Kaiserliche Automobilcorps und seine Dolche - By Vic Diehl and H.Hampe