Automobilcorps


Der erste Weltkrieg

Seitenwaffen des Corps


Der Dolch, welcher von einer zivilen zu einer militärischen Seitenwaffe transformiert wurde, erlebte eine Reihe von Ausführungsänderungen. In der K.Kf.K.-Bekleidungsvorschrift ist der Dolch, der getragen werden soll, beschrieben als 30 cm lang, spitz, geschärft, mit spitz zu laufender Klinge. Parierstange mit 2 knopfartigen Enden, Silberdraht gespannt um einen Elfenbeingriff, darüber eine silberne kaiserliche Krone, in der Mitte der Parierstange ein vergoldetes 1,5 cm langes Horn. Die Scheide ist weiterhin beschrieben als braunes Leder mit versilberten Beschlägen, wobei der oberste Beschlag einen Haken trägt, der zum Boden hin geöffnet ist.
Jeder Sammler kaiserlicher Langwaffen wird sofort erkennen, dass die Bekleidungsvorschrift den Automobil-Corps-Dolch zusammen mit dem Seitengewehr 98/05 als offizielle Seitenwaffe des Kaiserlichen Kraftfahr-Korps beschreibt.
Der Dolch, welcher eingeführt und getragen wurde, war das Muster, das nach 1912 entwickelt wurde. Dieser Dolch war direkt vom langen Modell mit dem offenen Kronenknauf des Marineoffiziersdolches kopiert mit der Ausnahme, dass dieser Dolch silberne Beschläge hatte und das Organisationshorn in der Mitte der Parierstange platziert wurde, dazu gehörte eine braune Lederscheide.
Vorgänger des K.Kf.K.-Dolches aus der Kriegszeit waren verschiedene andere Auto-Corps-Dolchmuster. Beginnend im Jahr 1905 mit der Gründung des Deutschen Freiwilligen Automobil-Corps war die Seitenwaffe ein langer Hirschfänger mit Elfenbeingriff. Diese wunderschöne Waffe hatte eine Länge von nahezu 60 cm. Der Griff bestand aus Elfenbein mit vertikalen Einschnitten und 3 silbernen Eicheln, die auf der Oberseite des Griffes befestigt waren. Die Metallteile des Griffes waren aus Nickelsilber. Die Parierstange verblieb in der klassischen mittelalterlichen Kreuzform. Eine oben eingeschnittenes Muschelstichblatt komplettierte den Griff. Die braune Lederscheide hatte zwei Ringe für die Aufhängung. Ort- und Mundblech vervollständigten die Scheide. Die Wahl der Materialien des Hirschfängers blieb bei den folgenden Dolchen gleich.
Wenn man die verschiedenen Variationen der Auto-Corps-Blankwaffen betrachtet, ist es interessant zu sehen, welch enge Verwandtschaft sie zu den Marinedolchen derselben Zeit hatten. Es ist vielleicht Zufall, aber frühere Marineoffiziere trugen bis 1844 einen Hirschfänger, bevor der Marinedolch eingeführt wurde. Der Auto-Corps-Hirschfänger wurde fotografiert, so wie er bis zum Jahr 1912 getragen wurde.
Noch als der Hirschfänger getragen wurde, wurde ein Dolch entwickelt, der gleichzeitig getragen wurde. Weil es keine Dienstanweisungen aus dieser Zeit gibt, die die frühesten Automobil-Corps-Dolche beschreiben, ist es eine hypothetische Annahme, dass diese zuerst mit der geschlossenen Krone als Knauf produziert wurden, also im Stile des Marinedolches von 1890, wobei sie die Entwicklung des Marinedolches nachahmten.

Ähnlich wir die Marinedolche, existieren frühe Automobil-Corps-Exemplare mit säulenartig geformten Griffen aus Elfenbein, die ohne Drahtumwicklungen gefertigt wurden. Es gibt frühe Automobil-Corps-Dolche mit geschlossener Krone ebenso wie spätere, die beide mit einer Parierstange ausgestattet wurden, auf der das vergoldete Messing-Horn sein kann oder auch nicht. Die Scheiden dieser frühen Dolche mit der geschlossenen Krone entsprechen der Art der Hirschfänger, sie sind aus braunem Leder mit silbernen Beschlägen, der obere Beschlag hat einen Tragehaken. Die K.Kf.K.-Bestimmung gab genau an, dass das Portepee, das zu dem Dolch getragen wurde, silber mit schwarzen und roten Streifen zu sein hatte.
   

Fotos Sammlung Victor Diehl

Frühe Hirschfänger des Deutschen Automobil-Clubs.
Diese massive Klingenwaffe bestand aus deutschem Silber. Die braune Scheide hatte zwei Trageringe aus Nickelsilber. Der Griff ist aus echtem Elfenbein. Die Gesamtlänge dieses Hirschfängers ist 61cm, die Klinge 41cm lang. Es wird angenommen, dass die Firma Carl Eickhorn der einzige Hersteller dieses exquisiten Hirschfängers war.

    Foto Sammlung Victor Diehl

    Griffrückseite des Automobil-Club-Hirschfängers.
    Es gibt einige wichtige Merkmale, auf die Sammler achten sollten. Dieses Stück ist ohne Herstellermarkierung. Einige wichtige Details der Scheide wurden übernommen beim Automobil-Corps-Dolch, der den Hirschfänger ersetzte. Das waren die braune Lederscheide mit der Naht auf der Rückseite sowie vertikale Dekorationslinien am Lederkörper.

    Die Beschläge aus Nickelsilber wurden ebenso am Dolch weiterverwendet. Zwei Merkmale dieser Beschläge erscheinen auf Vorkriegsdolchen: die Befestigungsöse für den Aufhängering und die doppelten horizontalen Zierlinien. Vorkriegsdolche haben die gleiche Befestigungsöse mit einem beweglichen Ring, wie hier gezeigt. Die späteren Dolche haben, wie beobachtet wurde, einen Aufhängering, der direkt am oberen Beschlag befestigt wurde. Betrachtet man die horizontalen Zierlinien an den Beschlägen, so gehen diese als zwei doppelte Linien auf der Vorderseite über in eine einzige Doppellinie auf der Rückseite. Spätere Dolche weisen normalerweise eine solche Verzierung nicht auf. Man findet sie mit zwei Doppellinien auf Vorder- und Rückseite oder mit zwei Doppellinien auf der Vorderseite und gar keiner auf der Rückseite.

      Foto Sammlung Victor Diehl

      Wilhelm Siercke aus Hannover im Norden Deutschlands. Er führt stolz seinen Hirschfänger. Siercke gewann das Kaiserpreisrennen 1912 und war der Vorsitzende der Gummifabrik Excelsior. Er trat am 23. März 1905 in das DFAC ein. Seine Mitgliedsnummer war 82, später wurde er Mitglied der K.Kf.K.

      Dolche und Fotos Sammlung Victor Diehl

      Frühe Automobil-Corps-Dolche

      Dieses frühe Übergangsstück ist ein Dolch mit einem dolchartigen Griff und einer Hirschfängerklinge. Diese Waffe entspricht exakt allen Vorschriften, ist aber dennoch völlig unterschiedlich zu den Standarddolchen des DFAC.
      Die Gesamtlänge ist 45 cm vom Ende der Scheide bis zur Kronenspitze. Die Parierstange ist exakt 8 cm breit und der Griff ist präzise 12,5 cm vom oberen Ende des Knaufs bis zum Ende der Parierstange.

      Die Scheide hat ein paar unterschiedliche Merkmale. Der obere Beschlag hat keine horizontalen Zierlinien und es ist kein Scheidenmund eingelötet. Anstelle eines Scheidenmundbeschlages wurde nur ein roter Stoßfilz unter die Parierstange geklebt.
      Die Messingbeschläge der Scheide sind typischerweise am Übergang zum Leder mit Bögen versehen.
      Der untere Beschlag hat die horizontalen Dekorationslinien auf der Oberseite, die Rückseite ist schlicht. Die schwarze Lederscheide zeigt Reste der braunen Farbe, die angebracht wurde, um die Farbvorschriften zu erfüllen.
      Die Scheide wurde ohne Klingenfutter hergestellt.

      Dolch und Foto Sammlung Victor Dieh

      Automobil-Corps-Seitenwaffengriff

      Der Seitenwaffengriff ist gekrönt mit einer geschlossenen Messingkrone in derselben Art wie auf den Marinedolchen nach dem 1890er-Muster.

      Der Griff aus Elfenbein ist säulenartig geformt mit einem gedrehten Stahldraht als Griffeinfassung. Der Griff ist nicht rund, sogar ein wenig flach, wenn man ihn von der Seite sieht. Die vordere Parierstange zeigt ein Messingautomobilhorn, befestigt mit zwei Stecknägeln an der Parierstange. Das Horn war früher einmal vergoldet. Der Dolch wurde ohne Stoßplatte unterhalb der Parierstange gefertigt. Ein roter Stoßfilz wurde zwischen Parierstange und Scheidenmund angebracht, als die Waffe ursprünglich hergestellt wurde. Diese Waffe zeigt keinerlei Sicherungseinrichtung, um die Klinge in der Scheide zu halten.

      Dolch und Foto Sammlung Victor Dieh

      Hirschfänger-Klinge

      Diese hirschfängerartige Klinge ist 30,8 cm lang und 2,2 cm breit. Die Fehlschärfe ist nicht mit einer Herstellermarkierung versehen. Die obere Klingenätzung zeigt die typische zeitgenössische Blumenätzung mit dem zentral aufgerollten Motto „Mit Gott für Kaiser und Reich“. Die Rückseite der Klinge hat die gleiche Blumenätzung mit einem herausgehobenen, sehr dekorativen Militärmotiv. Das Klingenende hat ein geätztes Blattmuster, wie auf vielen Hirschfängern zu sehen ist.

      Dolch und Foto Sammlung Victor Dieh

      Ein seltenes frühes Exemplar der geschlossenen Kronenknaufversion mit dem aus Messing beschlagenen Automobil-Corps-Dolch. Dieses frühe Modell des Dolches zeigt kein Organisationsabzeichen. Der Elfenbeingriff hat eine leicht bauchige Form und wurde ohne Griffdraht produziert, wie so viele frühe Marinedolche. Der Messingscheidenmund ist aus einem Stück mit dem oberen Scheidenbeschlag gearbeitet. Die Klinge dieses Dolches ist über 33,02 cm lang, hat einen zentralen Klingenrücken und zwei doppelte Rinnenlinien, die 7,62 cm lang sind und hinter der Spitze beginnen. Die Klinge ist nicht verchromt.

      Dolche und Foto Sammlung Victor Dieh

      Die Vorschriften für diese Dolche geben eine Gesamtlänge in der Scheide von 45 cm vor, wobei der Griff vom Boden der Parierstange bis zur Spitze des Knaufs 12,5 cm und die Parierstange 8 cm breit ist.

      Der linke Dolch ist bayerisch und ist in seiner Gesamtlänge 44,5 cm lang.. Die Parierstange ist 7,5 cm breit. Der Dolch ist aus einer versilberten Messingkonstruktion hergestellt. Der sehr schön getönte Elfenbeingriff ist in 8 Paneele unterteilt und mit gedrehtem Silberdraht verziert. Der Griff ist gekrönt mit der runden bayerischen Königskrone. Die 31,75 cm lange Klinge ist mit einem doppelten Blumenmuster geätzt und dazu Kriegstrophäen. Die obere Klinge zeigt einen zentral angeordneten deutschen Adler. Die Klinge ist nicht vernickelt. Der Herstellerstempel, das gekrönte Z, befindet sich auf der Fehlschärfe. Die braune Lederscheide ist mit Standardbeschlägen versehen.

      Der mittlere Dolch ist preußischen Ursprungs und hat eine Standardlänge von 45 cm. Die 6 Paneele am Elfenbeingriff sind mit Silberdraht umfasst. Der Griff ist gekrönt mit der oktogonalen, geschlossenen Krone des kaiserlichen Deutschlands. Diese große Krone ist aus massivem Silber. Das zentral an der Parierstange angeordnete Automobilhorn war ursprünglich vergoldet. Die Parierstange ist exakt 8 cm breit. Die Scheide ist recht ungewöhnlich, da sie aus schwarzem Leder besteht und irgendwann braun gefärbt wurde.
      Die Klinge zeigt einen zentralen Klingenrücken und ist geätzt und vernickelt. Das rückseitige Ätzmuster ist das doppelseitige Blumenmuster, das später von Voos und anderen Herstellern kopiert wurde. Die vordere Klinge zeigt ebenfalls das doppelte Blumenmuster und in der Mitte davon eine preußische Krone.

      Der rechte Dolch ist mit 48 cm Gesamtlänge recht groß. Die gesamte Konstruktion besteht aus Nickelsilber. Der bauchige Elfenbeingriff ist eine Reminiszenz an den frühen Marinedolch und der Griffwicklungsdraht endet in kleinen Löchern im Elfenbein, wo er verschlossen ist mit kleinen Holzkeilen. Der Griff ist in 6 Paneele geteilt und mit gedrehtem Silberdraht verziert. Das Ende des Griffes wird aus der Krone mit den runden Seiten gebildet. Die 7,62 cm breite Parierstange hat in der Mitte ein Feld, das ohne Organisationsabzeichen verblieben ist. Die 34,29 cm lange Klinge hat einen mittig angeordneten Klingenrücken und ist 1,91 cm breit an der Fehlschärfe. Die braune Lederscheide hat versilberte Beschläge, wobei am oberen Beschlag ein Haken für einen Koppelschuh angebracht ist. Gleichzeitig ist ein Ring angebracht worden, um den Dolch mit einem Gehänge horizontal tragen zu können. Beide Scheidenbeschläge sind markiert mit einer „1“. Diese Dolche haben typischerweise keine Scheidenauskleidung aus Holz.

      Dolch und Foto Sammlung Victor Dieh

      Ein schöner bayerischer Kraftfahr-Corps-Offiziersdolch. Der Dolch ist aus Messing hergestellt und versilbert. Der Elfenbeingriff ist eingefasst mit gedrehtem Stahldraht und wird durch die bayerische Krone nach oben ergänzt. Die Krone zeigt acht Kronenbögen. Der obere Scheidenbeschlag ist mit einem Haken für den Koppelschuh versehen. Die Klinge an diesem Dolch ist geätzter Stahl ohne jegliche Vernickelung. Die Klinge zeigt einen zentral angeordneten deutschen Adler zwischen verschiedenen Kriegstrophäen. Die Länge der Klinge ist 29,9 cm und die Breite 1,7 cm.

      Dolche und Foto Sammlung Victor Dieh

      Der preußische und der bayerische Automobil-Dolch Seite an Seite zum Vergleich

      Beide Dolche sind aus Silber mit geätzten Klingen und haben braune Lederscheiden. Der Silberdraht, der um den Elfenbeingriff gewickelt wurde, differenziert ein wenig. Dieses besondere bayerische Modell hat kein Abzeichen in der Mitte der Parierstange. Der größte Unterschied zwischen diesen beiden Dolchen sind die auffälligen Kronen. Der preußische Dolch zeigt die kaiserliche Krone, deren Ursprung bis in das 11. Jahrhundert reicht, während das bayerische Muster durch die Krone der Wittelsbacher Dynastie gekrönt wird.

      Beide Dolche zeigen somit wichtige Kronen Deutschlands.
               

      Dolche und Foto Sammlung Victor Dieh

      Diese Dolchkronen repräsentieren wichtige Kronen Deutschlands. Links und rechts sehen wir kaiserliche Kronen, deren Form bis in das 11. Jahrhundert zurückreicht, die mittlere Krone ist die Krone der Wittelsbacher Dynastie, die über Bayern herrschte.

      Sammlung Victor Diehl

      Draufsicht eines Exemplars des Scheidenmundes eines Automobil-Corps-Dolches

      Dieser Scheidenmund ist ein Teil des Beschlages und hat keinerlei Schrauben. Dieser Beschlag ist eingekerbt für die Federstahlzunge, die an der Parierstange angebracht ist und den Dolch somit in der Scheide festhält. Andere Scheidenöffnungen sind gerade und halten den Dolch durch Druck oder mit einem Druckknopfverschluss in der Scheide. Die Druckknöpfe an den Dolchen können aus ein oder zwei Teilen bestehen, so wie wir sie von Marinedolchen her kennen.

      Sammlung Victor Diehl

      Die detaillierte Ansicht eines Kraftfahr-Korps-Dolchgriffes

      Die Krone ist aus solidem deutschen Silber. Sammler sollten auf die schwarze Lederscheide achten, die braun gefärbt wurde. Die teilweise abblätternde Farbe kann leicht erkannt werden. Die braunen Lederscheiden wurden durch die Bekleidungsvorschrift vorgeschrieben. Die Klinge an diesem Dolch ist 29,9 cm lang und 1,69 cm breit.

      Sammlung Victor Diehl

      Die wunderschöne und präzise Ätzung an der Klinge eines Automobil-Corps-Dolches, die vernickelt wurde.

      Viele andere Ätzungen wurden gesehen ohne Vernickelung. Es ist möglich, die königliche Krone und den preußischen Adler als Teil der Dekoration vorzufinden.

      Sammlung Victor Diehl

      Ein späterer Automobil-Corps-Dolch mit dem vorgeschriebenen Portepee am Dolch geknotet,  so dass es möglich war, das Organisationsabzeichen im Zentrum der Drehstange zu erkennen. Die doppelte Griffwicklung sehen wir nach 1912.

      Koppelschuh, Dolch und Foto Sammlung Victor Diehl

      Standard-Automobil-Corps-Koppelschuh mit dem Dolch. Der Koppelschuh ist aus Rindleder und handgenäht. Ein sehr seltenes Einzelteil.

      Dolch und Fotos Sammlung H. Hampe

      Ein exquisiter Kraftfahr-Corps-Offiziersdolch, hergestellt von Pack & Ohliger

      Dieser Dolch entspricht vollständig der Vorschrift. Der herrlich getönte Elfenbeingriff ist in 6 Paneele unterteilt und mit einer doppelten Griffwicklung, wie einige Marinedolche aus der Zeit nach 1901, versehen. Die schweren versilberten Messingteile zeigen eine reichhaltige Detailliertheit und sind wunderschön gearbeitet. Die kaiserliche Krone ist sehr plastisch und detailliert und zeigt die wechselnden Schilder mit dem Kreuz und dem deutschen Adler. Das Kreuz an der Spitze der Krone ist völlig unbeschädigt, was sehr selten ist. Ein vergoldetes Automobilhorn befindet sich im zentralen Feld der Parierstange. Die Klinge zeigt nur ein wenig ihr Alter und ist verziert mit dem doppelten Blumenmuster und verschiedenen Kriegstrophäen. Die vorschriftsmäßige Lederscheide besteht aus braunem Leder mit hervorragend erhaltenen Silberbeschlägen. Alle Teile sind intern mit „12“ gekennzeichnet, um sie bei einem eventuell notwendig werdenden Zerlegen der Waffe wieder einem Dolch zuordnen zu können. Ein sehr feiner, sehr sammlungswürdiger Dolch, der eine Bereicherung für jede Sammlung darstellt.

      Dolch und Fotos Sammlung H. Hampe

      Ein vorschriftsmäßiger Automobil-Corps-Dolch mit dem heraldischen Handelsmarkenemblem der Firma Pack & Ohliger, dem sogenannten Siegfried-Logo. Es gibt auch andere Handelsmarken, die wir an diesen Dolchen finden, z. B. von WK&C aus verschiedenen Jahren, das Karl-Eickhorn-Logo mit den beiden Eichhörnchen, die Rücken an Rücken sitzen, sowie das gekrönte Z der Firma Clemens & Jung. Manche Automobil-Corps-Dolche haben keinerlei Herstellermarkierungen.

      Sammlung Victor Diehl

      Bayerischer Kraftfahr-Corps-Dolch mit Beschlägen und Teilen aus der Kriegszeit

      Der Griff des Dolches ist aus Aluminium und die Scheidenbeschläge sind aus Stahl. Die Beschläge des Dolches sind mit schwarzer Farbe gestrichen, wobei die Lederscheide braun geblieben ist. Das Messinghorn, das durch die Parierstange gesteckt wurde, ist sehr detailliert. Die Klinge ist geätzt mit dem Kriegstrophäen-Motiv. Der Elfenbeingriff ist umwickelt mit geschwärztem Silberdraht. Die leicht zu erkennende bayerische Krone wurde mit Goldfarbe gestrichen, um sie hervorzuheben.

      Als einen Nachtrag zu den bezüglich der verschiedenen Modelle des Automobil-Corps-Dolches möchten die Verfasser Folgendes hinzufügen:

      Die Schreiber wurden kürzlich von einem bekannten kanadischen Sammler darüber informiert, dass er im Besitz eines Automobil-Corps-Dolches mit einem schwarzen Horngriff ist. Nachdem wir detaillierte Fotos dieses Dolches betrachten konnten, bieten wir die folgenden Schlussfolgerungen oder Erklärungen an. Dieser Dolch ist das Original eines frühen, aber noch während der Kriegszeit produzierten Dolches, dem ein schwarzer Horngriff mit der korrekten Griffumwicklung hinzugefügt wurde. Die Verfasser dieses Artikels glauben, dass dieses nicht ein standardisiert produzierter Dolch ist, wie der mit dem schwarzen sogenannten Trauergriff versehene Marinedolch der Zeit von 1919 bis 1921. Es ist unsere Auffassung, dass dieser schwarze Griff dem Dolch nach Kriegsende hinzugefügt wurde von einem Veteranen des Automobil-Corps, in von ihm empfundener Kameradschaft mit der untergegangenen deutschen Marine und zum Zeichen seines Bedauerns über den verlorenen Krieg.

      Wir möchten nicht zögern, hier zu sagen, dass wir uns freuen würden, wenn wir von anderen Sammlern Informationen über Automobil-Corps-Dolche mit schwarzen Griffen bekommen könnten.

      Der Schreiber dieser Zeilen hat bereits in einer früheren Referenz diesen schwarzen Griff erwähnt. Damals glaubte er als Sammler, dass dieser Griff ein neueres Ersatzteil für einen zerstörten Elfenbeingriff war, was auch möglich ist.

      Für die Sammler deutscher Dolche in den späten 1960er-Jahren und den frühen 1970ern war neben den originalen Katalogen der Herstellerfirmen nur ein Buch in Englisch verfügbar, das war das Buch von James Atwood. Lassen wir einen der Autoren dieses Artikels, Victor Diehl, erzählen, wie er in die seltenen Informationen bezüglich des Automobil-Corps-Dolches gewissermaßen hineinrannte.

      „Ich lernte Jim bei einer Militärshow in den 1980er-Jahren kennen. Er war immer froh, über Dolche diskutieren zu können. Im Jahr 1990 war ich wieder bei einer Ausstellung. Jim war auch dort. Diesmal war er, anstatt die Show zu erkunden, mit dem Verkauf von Dolchen sowie einer großen Sammlung von Büchern und Dokumenten der Solinger Firma von Karl Eichhorn über Dolche beschäftigt. Ich fühlte mich wie ein Kind, als ich diese überraschenden Dokumente sah. Ich fragte Jim, ob es möglich wäre, dass ich die Bücher einmal anschaue und ob ich mir einige Aufzeichnungen machen könnte über Informationen, die hier eventuell, in diesen Büchern über kaiserliche Marinedolche sowie Automobil-Corps-Stücke wären. Er war glücklich darüber, mir helfen zu können, und wir beide verbrachten den größten Teil des Nachmittags damit, dass wir uns durch seine Bücher wühlten. Zu guter Letzt fand ich, was ich gesucht hatte: handgeschriebene Produktionsberichte für viele kaiserliche Marinedolche sowie Automobil-Corps-Dolche. Komplette Spezifikationen mit Produktionsdetails sowie Maße und Material waren dort niedergeschrieben. Interessanterweise waren dort sogar Notizen für die Automobil-Club-Dolche selbst bis in die frühe Kriegszeit hinein. Das war der erste Hinweis darauf, dass Automobil-Corps-Dolche bis in die Zeit des Krieges hinein produziert wurden. Das Foto, das ich damals aus Jims Musterbuch entnahm, ist hier wiedergegeben für alle Sammler, um sich daran zu erfreuen.


      Die Fotos wurden hier vervielfältigt mit der Erlaubnis des früheren Eigentümers. Bedauerlicherweise haben wir keinen weiteren Zugriff auf die Originale. So müssen einige der Textpassagen leider  unvollständig bleiben.“

       „Automobildolch für kaiserlichen AutomobilClub/freiwilliges Automobil Corps in ...felbar, versilbert mit vergoldeter Huppe (Hupe/Horn) auf der Parierstange.
      ...dolchklinge 19/30 cm poliert und 20 cm Damastisiert auf  N 3075

      Braune Lederscheide mit stahligen Beschlag auf der inneren Seite gedrahtet, mit ... rundum

      Mundblech mit Deckel auf oberer und unterer Seite 80 und zu beiden Seiten 68 mm lang

      Parierstange 80 mm lang, die innere Stange glatt und die äußere Stange mit ver­goldeter Huppe. Offene Krone am unteren Ende 19 mm breit.

      Elfenbeingriff zwischen Parierstange und Krone 70 mm lang, mit 12 Fasen, davon sind die Hälfte 3 und die andere Hälfte 7 mm breit; Rest ist der Raum zwischen den Fasen, 3 und 7 mm ... ist in jeder Fase einen dünnen versilberten gezwirnten Draht. Der Griff in der Mitte 24 mm breit, 20 mm dick.

      Auf der inneren Seite ist eine Feder auf eine Angel genietet, welche 12 mm lang unter der Pa­rierstange hervorkommt, auf den Kopf und hält die Scheide im Deckel fest.

      Weißes Stoßleder“

      Eine beachtenswerte technische Beschreibung und eine Fundgrube für den ambitionierten Sammler dieser deutschen Blankwaffen.Eine beachtenswerte technische Beschreibung und eine Fundgrube für den ambitionierten Sammler dieser deutschen Blankwaffen.

      Foto Sammlung Victor Diehl

      Die original Automobil-Corps-Druckplatte von Carl Eickhorn, die im Vorkriegsmusterbuch für Blankwaffen benutzt wurde.

      Dolch, Pistole und Foto Sammlung V. Diehl

      Der Kraftfahr-Korps-Offiziersdolch und eine Pistole 08, wie in der K.Kf.K.-Dienstvorschrift vorgeschrieben. Die Luger wurde mit einem schwarzen Lederholster und einer Magazintasche am Feldkoppel getragen.

      Der Offiziersdolch zeigt ein gegossenes Messinghorn auf der Parierstange und die kaiserliche Krone aus massivem deutschen Silber. Frühe Automobil-Corps-Blankwaffen wurden horizontal getragen. Manche Kraftfahr-Korps-Offiziere bevorzugten diese Trageart auch für Dolche aus der Kriegszeit. Die Scheide ist zu diesem Zweck mit einem unter Feldbedingungen hergestellten Ledertrageband mit einer Aufhängeöse versehen.

      ImpressumMail

      Das Deutsche Kaiserliche Automobilcorps und seine Dolche - By Vic Diehl and H.Hampe