Automobilcorps


Der erste Weltkrieg

Pistole 08 - Luger


Die wohl bekannteste deutsche Pistole ist die Pistole 08 oder Parabellum-Pistole, die oft nach ihrem Entwickler als Luger bezeichnet wird.

Neben dem amerikanischen Peacemaker und dem Colt, Modell 1911 im Kaliber ´45 ist dies wohl weltweit eine der faszinierendsten und bekanntesten Faustfeuerwaffen.

Sie diente dem deutschen Soldaten in zwei Weltkriegen als treue Gefährtin unzähliger Schlachten. Sie war eine der begehrtesten Kriegstrophäen alliierter Soldaten und ist noch heute ein begehrtes Objekt einer großen Sammlergemeinde. Selbst ein gewisser literarischer Ruhm wurde ihr zuteil. In seinem Buch „Stahlgewitter“ erwähnt der Träger des Pour le Mérite, Ernst Jünger, der im Ersten Weltkrieg in einer hannoverschen Einheit als Stoßtruppführer diente, mehrfach auf drastische Weise den Gebrauch dieser Pistole im Nahkampf.

Foto Bob Adams, www.adamsguns.com



Der Entwickler dieser Pistole, Georg Luger, wurde am 6. März 1849 im österreichischen Steinach am Brenner als Sohn eines Arztes geboren und starb am 22. Dezember 1923. Er arbeitete zuerst als Buchhalter bei einer Bank. Nach seinem Militärdienst widmete er sich der Waffentechnik.
Im Jahre 1893 zog er nach Berlin und arbeitete dort bei der Firma Ludwig Loewe & Co. als Vertreter und Waffenkonstrukteur.
Im Jahre 1897 wechselte er in das Loewe-Tochterunternehmen DWM, die Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken AG. Hier erhielt er den Auftrag, eine zuvor von Hugo Borchardt ententwickelte Gelenkverschlusspistole so umzukonstruieren, dass sie kompakter und damit kriegsverwendungsfähig wurde.
Laut seiner eigenen Auskunft musste er sie dafür nahezu neu erschaffen, lediglich den Kniegelenkverschluss behielt er, wenn auch modifiziert, bei.
Die im Angloamerikanischen gebräuchliche Bezeichnung „Luger“ trägt sie somit zu Recht.

Die neu konstruierte Waffe wurde von Anfang an – sogar im zivilen Markt – durchaus erfolgreich verkauft. Bereits mit Beginn der Serienproduktion im Jahre 1900 führte die Schweiz die Luger-Pistole als Dienstpistole ein. Selbst in den USA, einem Land mit einer sehr fortgeschrittenen Waffenindustrie, wurde die Luger mit durchaus beachtlichem Erfolg vermarktet. Es gab ein Modell 1900 sowie ein etwas geändertes von 1906, das auf der Hülsenbrücke das amerikanische Staatswappen zeigt.

Foto Sammlung Balzer


Nachdem bereits im Jahre 1904 die Marine die von Luger entwickelte Waffe als P 04 eingeführt hatte, schloss sich im November 1908 der preußische Staat an, indem er mit der DWM einen Vertrag über die Lieferung von 50.000 Pistolen für die Erstausstattung des deutschen Reichsheeres abschloss. Dieses Jahr gab der Pistole ihren offiziellen Namen P 08.

Die Waffe ist ein Juwel‚ Ästhetik, Mechanik und die Verarbeitungsqualität der DWM- Handwerker machten sie zu einem Kunstwerk.

DWM produzierte 908.275 Pistolen von 1909 bis 1918, die Königliche Waffenfabrik Erfurt 663.000 Stück. Beide Unternehmen produzierten zusammen die ultimative Luger für Sondereinheiten: die „Lange Pistole“ mit einem 200 mm langen Lauf.

Diese Pistole wird spätestens mit ihrer Einführung beim Reichsheer auch von den Mitgliedern des Corps geführt worden sein. Eine Quelle berichtet uns, dass von Brandenstein bereits bei der Vorstellung der neuen Corpsuniform vor dem Kaiser eine Pistole führte. Dies könnte bereits ein Hinweis auf eine frühe Luger im Corps sein. Sicherlich hätte sich ein so bedeutendes Corpsmitglied für die elegante Luger im Kaliber 7,65 mm (30. Luger) entschieden. Die nachfolgende Bekleidungsvorschrift aus der Kriegszeit schreibt zwingend eine P 08-Luger für die Mitglieder des Kaiserlichen Kraftfahr-Korps vor.

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Das Deutsche Kaiserliche Automobilcorps und seine Dolche - By Vic Diehl and H.Hampe