Automobilcorps


Der erste Weltkrieg

Faustfeuerwaffen zwischen 1905 – 1908


Der Reichsrevolver
Durchaus begründet ist die Annahme, dass die erste ab 1905 im Corps geführte Schusswaffe der Reichsrevolver M/79 war. Wir wissen, dass eine Schusswaffe zur Uniform bereits zur Gründung des Corps vorgeschrieben war. Da die Pistole Parabellum 08 (Luger) erst 1908 bei den deutschen Truppen eingeführt wurde, geht die Annahme wohl nicht fehl, dass vorher der dem Heer vorgeschriebene Reichsrevolver auch beim Corps Verwendung fand.

Reichsrevolver M/1879. Einzigartige Seriennummer „1”.

Foto Bob Adams, www.adamsguns.com


Der Armeerevolver M/79 war in Deutschland die erste militärisch eingeführte mehrschüssige Kurzwaffe. Vorher wurden Percussionspistolen geführt.
Der sogenannte Reichsrevolver war eine Single-Action-Konstruktion, die sich stark an den von Mau­ser entwickelten sogenannten Zick-Zack-Revolver M/78 anlehnte. Hergestellt wurde dieser Revolver u. a. von den Firmen Sauer & Sohn, Schilling und Haenel aus Suhl. Der später in Deutschland eingeführte M/83-Revolver war kürzer, im Übrigen aber baugleich.
Die Trommel fasste sechs Patronen im Kaliber 10,55 mm. Kurios ist der angebrachte Siche­rungshebel unterhalb des Hammers. Er wurde zum Sichern der Waffe heruntergedrückt. Eine Einrichtung, die man bei amerikanischen und britischen Revolvern der Zeit wohl vergeblich sucht.


Mauser C-96

Es ist sicher auch möglich, dass neben privat beschafften Waffen bis zur Einführung der Pistole 08 auch die Mauser C-96 von Angehörigen des Corps geführt wurde.

Es ist allerdings anzumerken, dass die C-96 keine handliche oder gar elegante – sprich offi­ziersgemäße – Pistole war. Daher ist eine Verwendung dieser Waffe durch die Offiziere des Corps durchaus fraglich. Der Vollständigkeit halber soll sie hier aber Erwähnung finden.

Die Waffenfabrik Mauser entwickelte im Jahre 1894 mit ihrem Direktor Federle eine Rück­stoßladerpistole mit einem 10-Schuss-Streifenmagazin, das vor dem Abzugsbügel lag. Die Waffe verschoss Patronen im Kaliber 7,63 mm Mauser.


Foto einer seltenen Mauser C-96. Extrem niedrige Seriennummer „197”. Eine Waffe der kleinen Gruppe Testpistolen, die Deutschland zwischen 1899 und 1900 gekauft hatte.


Foto Bob Adams, www.adamsguns.com



Sie wurde im August 1896 Kaiser Wilhelm II. vorgeführt und ging danach in die Serienpro­duktion. Diese heute konstruktiv seltsam anmutende Pistole wurde zu einer der meistgeführ­ten Waffen des deutschen Heeres. Auch nach Einführung der Pistole 08 war sie weiter in Verwendung. Insbesondere im Ersten Weltkrieg wurde sie an fast alle Truppenteile neben der Pistole 08 ausgegeben. 1916 wurde eine große Zahl auf das wirksamere Kaliber 9 mm umgestellt. Diese Waffen wurden mit einer großen roten „9“ auf den Griffschalen versehen, um Verwechs­lungen zu vermeiden.

Die Mauser C-96 wurde in vielen Ländern verwendet und oft kopiert. Selbst bei der Ermordung der russischen Zarenfamilie soll eine C-96 unrühmliche Verwendung gefunden haben.

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Das Deutsche Kaiserliche Automobilcorps und seine Dolche - By Vic Diehl and H.Hampe