Das Entdecken einer Blankwaffe aus der Zeit des „Krieges, alle Kriege enden sollte“, die in all den folgenden Jahrzehnten nicht missbraucht oder verändert wurde, ist immer äußerst lohnenswert.
Wenn man dabei feststellt, dass diese Blankwaffe ein nahezu neuwertiger Dolch des Deutschen Automobil-Corps ist, dann ist das eine äußerst seltene und oft einmalige Erfahrung. Das ist der Fall bei diesem Dolch, der vor kurzem in Deutschland entdeckt wurde.
Dieser Vorkriegsdolch ist außergewöhnlich mit seinen schimmernden Beschlägen aus deutschem Silber, seinem Griff aus seltenem, enggemaserten Elfenbein und seiner Lederscheide. Die Seitenwaffe wird vervollständigt durch eine Klinge, die kompromisslos hochwertig in Design und Ausführung mit militärischen Motiven verziert wurde.
Der offene Kronenknauf zeigt eine von erfahrener Hand gefertigte Ziselierung. Die wechselnden Kreuze und kaiserlichen Adler sind reichhaltig und detailliert ausgeführt. Die Krone ist intern mit der Teilnummer “3” versehen worden. Der zylinderförmige Elfenbeingriff zeigt eine enge Elfenbeinmaserung und ist von perfekter weißer Farbe. Erwartungsgemäß ist er eingefaßt mit zwei Doppelreihen gedrehten Stahldrahtes. Diese Drahteinfassung ist unter dem Knauf und der Parierstange befestigt. Die Parierstange ist sehr detailliert ausgeführt und zeigt das gegossene Automobilhorn, das zum Freiwilligen Automobil-Corps gehört. Das vergoldete Horn ist an die obere Parierstange angeheftet. Die Parierstange, Abstandsplatte und Klingenangel sind ebenfalls mit der Nummer „3“ markiert.
Die lange Dachkantenrückenklinge ist mit einen Motiv aus Flaggen, Trommeln, Schwertern und einem eingearbeiteten Blumenmuster verziert. Dieses Ätzmuster ist deutlich eingearbeitet und in nahezu perfekter Ausführung. Ein abschließendes Detail der Zierätzung ist der Rahmen um die Motive herum. Dieser gibt dem Betrachter ein Gefühl der Tiefe und Dreidimensionalität, wenn er die Klinge betrachtet. Die Fehlschärfe der Klinge ist mit dem WKC Ritterhelm in der “Hohen Hals Variation” gestempelt.
Die Scheide ist mit Nickelsilber beschlagen, wie der ganze Dolch. Die Beschläge sind auf der Rückseite des Lederkorpus mit kleinen Klammern befestigt. Die ausgebogen geformten Beschläge haben standardisiert einen Koppelschuhhaken am oberen Beschlag für ein vertikales Tragen. Die Lederscheide war ursprünglich braun und wurde schwarz gefärbt. Der Grund dafür ist unbekannt, das Schwärzen der Scheide wurde wahrscheinlich vom Träger veranlasst, um sie mit der späten Kraftfahrkorpsuniform zu tragen.
Wahrhaftig ein seltener Dolch in perfektem Zustand.